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Großer Zapfenstreich

Der "Große Zapfenstreich" nimmt eine besondere und herausragende Stellung in dem vielfältigen Gebiet der deutschen traditionellen Militärmusik ein. Diese feierliche Abendmusik mit ihrer Abfolge von Trommel- und Pfeifenstücken, Reitersignal, dem Gebet und der Nationalhymne trägt bis auf den heutigen Tag die beiden großen ungebrochenen Traditionen deutscher Militärmusik in sich: die Trommel und die Pfeife der Landsknechte und die Trompete und Pauke der Reiterei.
Der Ursprung des Großen Zapfenstreichs ist in der Landsknechtzeit zu suchen. Die Landsknechte verbrachten ihre Abende meist in den Marketenderzelten oder Schänken mit Würfeln und Zechen. Zu einer festgesetzten Stunde ging jeden Abend der "Profos" (dies war ein Vorgesetzter in der Funktion etwa eines Wachoffiziers) durch die Schänken und schlug mit seinem Stock auf den Zapfen des Fasses, wodurch unbedingter Schluss befohlen war und kein Wirt mehr ausschenken durfte. Begleitet wurde er hierbei von einem Trommler und einem Pfeifer, dem sogenannten "Spil", die das Abendsignal spielten. Nach diesem musikalischen Befehl, den die Landsknechte "Zapfenschlag" nannten, mussten alle ihre Zelte aufsuchen. Wer sich trotzdem noch im Lager herumtrieb oder gar weiterzechte, wurde hart bestraft. Im Laufe der Zeit wurde es üblich, das Zeichen zur Nachtruhe auch in musikalischer Form zu geben. Bei den Fußtruppen als Trommelsignal, später als Signalhornruf und bei der Reiterei durch eine Fanfare (Retraite).

Bereits 1726 werden dies Abendsignale in einem Buch als "Zapfenstreich" bezeichnet. An späteren Bemühungen, den Zapfenstreich zu vereinheitlichen, war auch der preußische König Friedrich Wilhelm I. beteiligt, indem er einige Bestimmungen über den Zapfenstreich erließ. Seine zeremonielle Bedeutung erhielt der Zapfensteich während der Befreiungskriege.

Wie überliefert, besichtigte nach der Schlacht von Großgröschen im Jahre 1813 der preußische König Friedrich Wilhelm III. zusammen mit dem russischen Zaren Alexander I. am Abend das russische Lager. Hierbei erlebte er, wie die Soldaten - so wie es im russischen Heer üblich war - nach dem Zapfenstreich noch einen Choral sangen. Beeindruckt und ergriffen erließ er mit Kabinettorder vom 10.08.1813 auch für die preußischen Truppen die Einführung eines Gebetes nach dem Zapfenstreich. Damit erlangte der Zapfenstreich - wenn auch zunächst nur in Preußen - seine erste zeremonielle Bedeutung.

Während bei den preußischen Truppen üblicherweise als Gebet "Ich bete an die Macht der Liebe" gespielt wurde, verwendete man in Bayern hierfür das "Bayrische Militärgebet" (Joh, Kasper Aiblinger) oder überhaupt einen eigenen Zapfenstreich.

Auf der Grundlinie (Locken - Zapfenstreich - Gebet) stellte Friedrich Wilhelm Wieprecht, der legendäre Wegbereiter deutscher Blas - und Militärmusik, die noch heute gültige Form des Großen Zapfenstreiches zusammen. Er erklang auf diese Weise erstmalig am 12.05.1838 in Berlin zu Ehren des russischen Zaren Alexander I. als Abschluss eines Großkonzertes.

Die Nationalhymne als Abschluss dieses Zeremoniells war zunächst nur bei besonderen Anlässen, wie z.B. "Kaisers Geburtstag", üblich. Die amtliche Einführung erfolgte erst im Jahre 1922.

 

Ablauf des Großen Zapfenstreiches

Der Große Zapfenstreich wird von Spielmannszug und Musikkorps ausgeführt, die von zwei Zügen unter Gewehr und Fackelträgern begleitet werden.

Führer des Großen Zapfenstreiches ist ein Truppenoffizier, der mindestens im Rang eines Stabsoffiziers steht und die für den Großen Zapfenstreich angeordneten Kommandos gibt. Die musikalische Leitung obliegt dem Chef des Musikkorps.

Der Große Zapfenstreich marschiert unter den Klängen des "Yorckschen Marsches" von Ludwig van Beethoven auf. Nach dem Einnehmen und Ausrichten der Formation folgt die Meldung an den Abnehmenden, bzw. zu ehrende Persönlichkeit.

Daran schließt sich eine Serenade an, die üblicher aus drei Musikstücken besteht. Anschließend lässt der Führer des Großen Zapfenstreiches stillstehen. Es folgt die o.g. Spielfolge. Zum Gebet wird der Helm (Kopfbedeckung) auf Kommando abgesetzt.

Nach der Nationalhymne erfolgt die Abmeldung.

Der Große Zapfenstreich marschiert unter den Klängen des Zapfenstreichmarsches ab.

 

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